Rinkerode1-270-270Am vergangenen Donnerstag erfolgte die Demontage des Glockenturmes inklusive des Glockenstuhles und der Glocken an der entwidmeten und bereits abgerissenen Friedenskirche in Rinkerode. Durch die Glockenbörse GbR konnte das gesamte Ensemble zur weiteren liturgischen Nutzung an eine Kirchengemeinde in Hessen verkauft werden.

Umfangreiche Vorplanungen waren nötig, um den freistehenden Glockenturm fachgerecht zu demontieren und mittels Spezialschwertransportern an den neuen Bestimmungsort zu transportieren.

Daher wurde die Glockenbörse GbR von Seiten der verkaufenden Kirchengemeinde mit der vollständigen Projektsteuerung beauftragt. Dies bedeutete neben der eigentlichen Vermittlung des Glockenturmes mit sämtlichen Komponenten an eine weitere Kirchengemeinde folgende Arbeitsschritte:

  • Ermittlung sämtlicher technischen und musikalischen Daten des Geläutes.
  • Wertermittlung der gesamten Anlage auf Grundlage der ermittelten Daten.
  • Aufstellung eines Finanzierungskonzeptes mit Ermittlung der Demontagekosten, da das Ensemble inklusive Demontage verkauft werden sollte.
  • Erstellung eines Verkaufsexposés und Vermittlung des Ensembles über das Netzwerk der Glockenbörse GbR.
  • Kooperation und Koordination mit sämtlichen kirchlichen Stellen bezüglich der kirchenaufsichtlichen Genehmigungen, der Abwicklung der Demontage, Verkaufs- und Übergabemodalitäten.
  • Ermittlung und Empfehlung von Fachfirmen, die zur Demontage des Glockenturmes benötigt wurden.
  • Koordination der Demontage und Übergabe der Anlage an den Käufer

Die Vorarbeiten zur Demontage begannen mit der Herstellung einer stählernen Hebekonstruktion, die im Turminneren eingebaut werden musste, um daran den Turmhelm von seinem Sockel abheben zu können. Darüber hinaus wurde ein Holzbock gebaut, um die 13m hohe Turmhaube waagerecht liegend auf einem Schwerlasttransporter befördern zu können.

Ein Tag vor dem eigentlichen Abheben des Turmhelmes begannen vor Ort die Vorbereitungen mit der Montage der Hebekonstruktion im Turminneren sowie weiteren baulichen Maßnahmen, wie etwa dem Ausbau der Schallläden.

Am Tag des Ausbaus war neben der sehr guten Demontagemannschaft natürlich auch schweres Gerät im Einsatz, darunter eine Hebebühne, ein Schwerlastkran und zwei Schwerlasttransporter.
Da sich der Glockenturm in einem Wohngebiet befand, war insbesondere auch das Können der Schwerlasttransportfahrer gefragt, ihre Fahrzeuge mit Überlänge und Überbreite gekonnt innerhalb der geringen Platzverhältnisse zu rangieren.

Nach erfolgreichem Abheben der Turmhaube, dem Ausheben der Glocken und des Glockenstuhles mussten alle Komponenten nochmals am Boden umgesetzt werden, da der Schwertransporter das beräumte Grundstück nicht befahren konnte.
Es erfolgte die wohl kritischste Arbeit, das Umlegen der Turmhaube, um diese waagerecht liegend auf den Schwerlasttransporter zu heben. Aufgrund der Vorplanungen und Vorüberlegungen gelang dies ohne Komplikationen.

Nach einer Umsetzung des Schwerlastkranes vom Grundstück auf die Straße konnte die Beladung des ersten Schwerlasttransportes mit der Turmhaube erfolgen. Nach erfolgreicher Rangierfahrt fuhr schließlich der zweite Schwerlasttransporter zur Beladung vor, um den hölzernen Glockenstuhl in Gänze, die Glocken sowie sämtliche technischen Armaturen aufzunehmen.

Gegen frühen Nachmittag war die Demontage und Beladung schließlich abgeschlossen, so dass der Schwerlastkran abrückte. Bautechnisch konnte eine Umsetzung der Betonunterkonstruktion der Turmhaube jedoch nicht erfolgen.
Die beiden Schwerlasttransporter durften aufgrund ihrer Überbreite und Überlänge erst um 22 Uhr unter Polizeieskorte ihre Reise antreten und kehrten schließlich gegen 7 Uhr morgens an ihrem Bestimmungsort ein.

An dieser Stelle danken wir den für die Demontage und Abtransport des Glockenturmes beauftragten Unternehmen für ihre professionelle Zusammenarbeit sowie den Mitgliedern des Presbyteriums der Gemeinde Rinkerode für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Mögen die Glocken den Menschen in ihrer neuen Heimatgemeinde mit Freude erklingen.

Begleitet wurde die Demontage sowie auch die Ankunft des Transportes an seinem Bestimmungsort von den lokalen Medien. Einige Berichte haben wir daher auf unserer Facebook-Seite verlinkt.